Also, jetzt ärgert mich mein Blutzucker wirklich schon. Ich kann machen, was ich will, er bleibt oben, er ist so hoch, wie er schon lange nicht mehr war, er mag gar nicht mehr runtergehen. Ja, und ich weiß nicht, was ich machen soll. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ich höre das jetzt immer wieder, ja, besonders nach Feiertagen.
In der Ordination, natürlich auch bei uns in der App und in E-Mails die zu mir kommen. Vielleicht verdrehen Sie jetzt schon die Augen und sagen, ja, ist ja bei mir genauso, aber ich will mir jetzt das Gesudere nicht anhören wegen gesundem Essen und perfektem Training. Und das verstehe ich gut. Gerade jetzt im Winter ist das besonders schwierig.
Ich nehme diese Folge am 27. Dezember auf. Es ist gerade so richtig dunkel und nass und kalt da draußen. Ja, klar, Bewegung und Diät sind die üblichen Verdächtigen wenn es darum geht, den Blutzucker zu verbessern. Aber es gibt da noch ein paar Tipps die deutlich einfacher sind und die Ihnen auch viel leichter fallen werden und die jetzt einmal nichts zu tun haben mit perfekter Diät und perfektem Training.
Und diese drei Tipps die mag ich Ihnen heute gern näher bringen.
Ja herzlich willkommen bei einem Podcast knapp vor der Jahreswende. Ich bin die Susanne Puseinig, Ärztin für Allgemeinmedizin, mit einem ganz großen Schwerpunkt Typ 2 Diabetes und seit vielen Jahren bin ich im Internet unterwegs als die Zuckertante. Und die Zuckertante, die hat schon so einiges an Tipps dabei.
Also, ja! Das gibt es, das ist nicht selten, Sie sind nicht alleine damit. Zuckerwerte bleiben nach ein paar Feiertagen, Festtagen hartnäckig erhöht und wollen und wollen nicht auf die Werte zurückkehren, die man eigentlich gewohnt ist. Und heuer im Jahr 2025, da gibt es ja so viele Feiertage und Wochenendtagen mit Samstag, Sonntag in dieser Zeit zwischen 24.
Dezember und 6. Jänner wie sonst nie, Weil der 24. Dezember eben ein Mittwoch ist und es ergibt diese vielen, vielen Feiertage. Sehr fein für alle, die in einem Job sind, der nur an Arbeitstagen stattfindet, sehr belastend für alle, die sich ohnehin schon an freien Tagen eher schwer tun mit ihrem Zucker. Und wir wollen heute ganz bewusst nicht den Zeigefinger erheben und wir wollen nicht über perfekte Diabetes-Diät reden, Weil es kann sein, dass es bei Ihnen jetzt im Moment aus welchen Gründen auch immer ganz einfach nicht funktioniert.
Und wir reden am 27. Dezember auch nicht über Sport im Freien. Das tun wir jetzt ganz einfach nicht. Natürlich, wenn Sie Freude an Bewegung haben, das ist der Königsweg, dann tun Sie, dann machen Sie, dann genießen Sie es. Gehen Sie Skifahren, Eislaufen, Langlaufen, Wandern, was weiß ich. Sie tun damit Ihrem Zucker immer etwas Gutes aber das wissen Sie.
Ich wende mich eher an die, die sich schon normalerweise zu ein bisschen Bewegung quälen müssen und die jetzt so gar keine Lust drauf haben und vielleicht aber doch ein blödes Gefühl, weil es halt mit Essen und Bewegung nicht so richtig klappen will. Und deshalb gehen wir heute von diesen Reizthemen ganz weit weg und ich bringe Ihnen drei Tipps was Sie machen können, um Ihre Zuckerwerte zu verbessern und auch damit es Ihnen selber besser geht.
In jeder Hinsicht. Und als erstes nehmen wir uns da das Schlafen vor. Der Schlaf, das ist ja was Geheimnisvolles. Die Forscher verstehen noch immer nicht richtig, wie das so genau funktioniert. Wir wissen, wie wichtig guter regelmäßiger Schlaf ist. Wir wissen aber nicht wirklich warum. Ist ja auch egal. Was wir gesichert wissen, ist, dass Zuckerwerte Die aus der Reihe tanzen, immer schlecht sind für Schlafen.
Hohe Zuckerwerte, das kennen viele von Ihnen, die bewirken ja, dass die Nieren versuchen, dem Körper zu helfen, dass die Nieren mehr Zucker ausscheiden mit dem Haaren und das treibt einen halt des Nächtens alle ein bis zwei Stunden auf die Toilette Und damit ist ein ungestörter Schlaf nicht mehr gut möglich.
Zu tiefe Zuckerwerte, so Zuckerwerte die vielleicht nicht gerade eine Hypo, eine Unterzuckerung sind, aber so an der Grenze von der Hypo entlang schrammen, die führen dazu, dass man sich am nächsten Morgen so überhaupt nicht ausgeschlafen, sondern ziemlich zerschlagen fühlt. Ja, und wie Sie sich fühlen wenn Sie zu viel gegessen zu viel Alkohol getrunken haben am nächsten Morgen, das brauche ich Ihnen, glaube ich, nicht erklären.
Andersrum wissen wir aber noch was, dass schlechter Schlaf hohe Zuckerwerte macht. Schlafstörungen jeder Art bewirken dass die Zuckerwerte schlechter werden. Einfach weil dadurch die so notwendigen natürlichen Erholungsprozesse im Körper nicht richtig ablaufen können. Und dazu kommt noch, wenn man dauernd im Schlafdefizit aufwacht wenn man dauernd ein paar Stunden weniger schläft, als man brauchen würde, dann ist man halt nie ausgeschlafen, auch wenn man es gar nicht mehr spürt weil man es gewöhnt ist.
Ja, und dann fallen gesunde kluge Entscheidungen für eine Diät für eine Bewegung noch viel, viel schwerer. Schauen Sie mal als erstes Ihren Schlaf ein bisschen zu verbessern gleich jetzt, heute Abend, die kommenden Nächte. Versuchen Sie wieder ein bisschen mehr Regelmäßigkeit reinzubringen. Gerade diese Feiertage verleiten ja oft dazu, dass man zu völlig unregelmäßigen Zeiten schlafen geht und aufsteht.
Versuchen Sie ein bisschen, ein bisschen regelmäßiger zu werden. Wir wissen, wenn Menschen weniger als sechs oder mehr als acht Stunden schlafen, Dass das wirklich schlechte Auswirkungen auf die Zuckerwerte hat. Also schauen Sie auf die sechs Stunden zu kommen und bemühen Sie sich um ein bisschen Regelmäßigkeit, ein bisschen mehr, als Sie bis jetzt gewohnt sind.
Und vielleicht sind Sie ja in der wunderbar privilegierten Situation. Dass Sie sich morgens gar keinen Wecker stellen müssen, weil Sie halt nicht zu einer bestimmten Zeit aus dem Bett hüpfen müssen, um in die Arbeit zu kommen. Vielleicht können Sie diese freien Tage für ein entspannteres Schlafen nutzen, eben ohne Wecker.
Und wenn Sie früh aufwachen und zu wenig Schlaf haben, aber nicht wieder einschlafen können, ja, dann ist es eben so. Dann stehen Sie auf. Also kümmern Sie sich darum, dass es Ihnen gut geht mit dem Schlafen. Der zweite Tipp ist, Dass man versucht, das Cortisol runterzuschrauben, das wichtigste Stresshormon.
Ich weiß schon, in solchen Zeiten mit vielen Besuchen und vielleicht auch Familienfesten ist das nicht immer einfach. Aber schauen Sie, dass Sie weniger Stress haben, dass Sie ausgeglichener werden, dass Sie vielleicht bewusst sich über Dinge freuen, Kultivieren Sie ein bisschen Dankbarkeit, wäre übrigens ein wunderbarer Neujahrsfortsatz, Vorsatz nicht Fortsatz, dass Sie sich am Abend jedes Tages an drei kleine Situationen erinnern die Sie glücklich gemacht haben, die Sie dankbar gemacht haben.
Und diese drei kleinen Situationen die findet man in jedem Tagesablauf. Und sei es, dass mein Glücksblatt ein neues Blättchen bekommen hat, sei es, dass meine Amaryllis ein bisschen gewachsen ist, Es wunderschöne Wolken vor meinem Fenster gegeben hat, selbst wenn man gar nicht rausgeht, gibt es Gelegenheiten zur Freude und zum Glücklichsein.
An jedem Tag. Versuchen Sie, für sich selber etwas zu finden, was Ihnen guttut. Sie können sich auch auf Ihren Diabetes herausreden und Ihrer Umgebung erklären, Ihren Mitbewohnern, Familienangehörigen. Also, ich brauche jetzt ein bisschen Pause. Ich gehe jetzt ein bisschen spazieren, an der frischen Luft, in der Sonne hoffentlich Weil das tut meinen Zuckerwerten gut.
Gesagt getan, Sie schnappen sich Ihre Schuhe Ihre Tasche Ihre Haube, Ihren Mantel und sind schon eine Zeit lang unterwegs, im Schlenderschritt, nicht sportlich und auch nur, solange es Ihnen Spaß macht, solange es Ihnen gut tut.
Und Nummer drei, ja, wir kommen nicht ganz an der Geschichte mit dem Essen herum.
Denn natürlich, der stärkste Einfluss auf hohe Zuckerwerte ist nun einmal das Essen. Aber ich will Ihnen in dieser Zeit die für Sie vielleicht schwierig ist, gar nichts verbieten. Ich möchte Sie eher ermuntern, mehr zu essen, was dazu zu tun. Klingt blöd, ist aber nicht dumm Versuchen Sie, mehr Nicht sich etwas zu verbieten, sondern ein bisschen mehr zu tun, ein bisschen mehr zu essen von dem, was Ihrem Zuckert gut tut.
Einer der besten Tricks ist Salat als Vorspeise, Gemüse als Vorspeise. Werfen Sie irgendein Gemüse aufs Backblech machen Sie sich Ofengemüse, eine kleine elegante Vorspeise vielleicht noch ein, zwei Esslöffel Joghurt mit ein bisschen Knoblauch dazu, dann schmeckt es fein Oder nehmen Sie sich einen Blattsalat als Vorspeise, dann haben Sie schon was im Magen der Magen und der Verdauungstrakt sind beschäftigt mit den Fasern, mit den Ballaststoffen die die guten Darmbakterien so gut ernähren und nachher kommt dann das Essen.
Das ist etwas, was man recht leicht einbauen kann und versuchen Sie, wenn Sie beim Mittagessen sitzen, beim Abendessen, eher halt beim Gemüse zweimal hinzugreifen. Und auch zu schauen, dass sie genug Eiweiß bekommen. Vorsichtig mit Alkohol, es nähert sich der 31. Dezember. Ich rede Ihnen ganz bestimmt nicht das Glas Sekt aus um Mitternacht Tun Sie, genießen Sie, kein Problem.
Aber glauben Sie mir, der Sekt schmeckt viel besser, wenn Sie nicht den ganzen Abend schon Alkohol getrunken haben. Das Ganze gilt auch für Festessen. Für Weihnachtskekse. Man muss nicht jeden Tag Weihnachtskekse essen, auch da, es kommt das nächste Fest, eben der Silvesterabend ein, zwei Tage davor sich ein bisschen zurücknehmen, bringt Ihnen mehr Freude und mehr Genuss Und das ist etwas wirklich, wirklich Wichtiges.
Und das ist ein Wissen, das ja schon sehr, sehr lange da ist. Fastentage tun dem Körper gut und führen dazu, dass man nachher mehr genießen kann. Und auch wenn Sie nicht richtig fasten, aber vielleicht eben Finger weg von Weihnachtskeksen an ein, zwei Tagen versuchen, mehr Gemüse einzubauen, mehr vom gesunden Zeug zu essen, ohne sich jetzt das andere zu verbieten, weil das würde wieder Stress machen, das kann auch ganz gut mithelfen dass die Werte besser werden.
Also, was können Sie jetzt machen in dieser Zwischenzeit, bevor Sie dann vielleicht im Jänner einen kompletten Neustart hinlegen und Ihre Zuckerwerte verbessern? Sie können und sollten als erstes sich darum kümmern, möglichst gut und entspannt zu schlafen in einem kühlen Zimmer in der Dunkelheit, schauen, dass man mindestens auf die sechs Stunden kommt, Sie könnten als zweites versuchen, Zeit für sich selber zu finden, vielleicht einen kleinen Spaziergang, ihr Stresshormon herunterschrauben, sich zu entspannen, mit was auch immer Ihnen guttut, Kino, Musik hören, Badewanne, Haustiere streicheln, mit lieben Menschen beisammen sein und als drittes Versuchen Sie jetzt in der Zeit, wo es so schwer ist, sich diabetesgerecht zu ernähren, ein bisschen mehr vom gesunden Zeug einzubauen.
Und die konkreten Tipps waren eben Salat vor dem Essen oder Ofengemüse also gebackenes Gemüse oder eine andere Gemüsespeise als Vorspeise oder die altbewährte Gemüsesuppe wenn Sie dafür die Zeit haben. Und auch während des Essens Schauen Sie, dass Sie genug Eiweiß kriegen, greifen Sie dazu, Gemüse dazu und vielleicht gerade wenn sich der Silvesterabend nähert der dann wieder ungesundes Essen in größeren Mengen mit sich bringt, vielleicht ein bis zwei Tage Verzicht auf die Weihnachtskekse und möglichst wenig Alkohol damit es dann am späteren Silvesterabend besonders gut schmeckt.
Und damit Ihnen der Sekt so schmeckt wie noch nie, wenn Sie dann um Mitternacht wirklich anstoßen. Das sind meine drei Tipps Dinge, die Sie gleich unternehmen können, jetzt, während, zwischen den Feiertagen. Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute. Wir hören uns wieder im nächsten Jahr. Die Zuckertante grüßt und wünscht allzeit gute Werte.