Diabetes? Frag die Zuckertante - Der Podcast für Menschen mit Typ 2 Diabetes

Diabetes? Frag die Zuckertante - Der Podcast für Menschen mit Typ 2 Diabetes

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00:00:00: Warum genau dieses Medikament?

00:00:03: Ja, Sie hören den Podcast der Zuckertante.

00:00:06: Hier dreht sich immer alles um die Pzeidiabetes Aber ich bin ja Ärztin und ich arbeite tagtäglich mit Menschen mit Diabetes in der Beratung und in der Begleitung.

00:00:18: Mit vielen habe ich Kontakt übers Internet.

00:00:20: Tja!

00:00:22: Haben sie sich schon einmal überlegt wie es funktioniert das ihnen ihr Arzt oder ihre Ärztinnen ein bestimmtes Medikament empfiehlt.

00:00:33: Und wie ist das eigentlich, wenn Sie es aber nicht nehmen möchten?

00:00:37: Die heutige Podcast-Folge möchte ich genau für diese Fragestellung verwenden.

00:00:42: Das heißt Es geht ein bisschen um einen Blick hinter den Kulissen.

00:00:46: Ich möchte sie ein bisschen teilhaben lassen an Überlegungen die wir Ärztinnen und Ärzte gewohnt sind sehr schnell zu treffen und wie wir an solche Fragen herangehen.

00:00:57: Das wird also keine Folge, in der es jetzt um ein konkretes Diabetes-Thema geht.

00:01:02: Aber ich denke mir vielleicht sind auch diese Hintergrundinformationen einmal interessant gerade für Menschen mit chronischen Krankheiten weil sie ja immer wieder in Kontakt kommen mit dem Gesundheitssystem und ist daher für Sie schon auch wichtig zu verstehen wie kommen Empfehlungen eigentlich zustande?

00:01:22: Also wenn Sie konkrete Diabetes Tipps möchten Bitte, bitte hören Sie sich eine der anderen hundertzwanzig Folgen dieser Podcast-Serie an.

00:01:42: Na sie sind ja noch da!

00:01:43: Herzlich willkommen.

00:01:45: ich bin Dr.

00:01:45: Susanne Bussanik, Ärztin für allgemeine Medizin und ich begleite und berate Menschen mit Typ II Diabetes seit mehr als fünfzehnzig Jahren.

00:01:55: Jetzt bin ich im Internet die Zuckerdante.

00:01:57: Ich habe noch meine Privatpraxis in Wien.

00:02:00: Ich bin ja schon in Pensionsalter, aber ich arbeite umso mehr Freude weil ich nicht mehr das machen brauche was mir wirklich Spaß macht.

00:02:07: Zusätzlich bin ich noch Reha-Ärztein und darf viermal im Jahr eine Reha Gruppe von Menschen mit Adipose aus dem Diabetes begleiten.

00:02:16: so viel zu meinem Hintergrund Und Sie können sich vorstellen dass ich viele viele Medikamentengespräche mit Patienten schon geführt habe.

00:02:26: Da gibt es einmal die Erwartungshaltung des Patienten.

00:02:30: Und gerade von älteren Patienten höre ich oft, mir fragt Doktor was sagt denn Ihre Erfahrung?

00:02:36: Was haben denn Sie für eine Erfahrung mit dem oder jenen Medikament.

00:02:42: Also die Frage nach der persönlichen Erfahrung einer Ärztin, die schon lange dabei ist.

00:02:49: Dann haben sie vielleicht schon gehört dass es sowas gibt wie Leitlinien, wieso er vielleicht nicht genau was das eigentlich ist.

00:02:57: und dann haben sie ganz sicherlich schon gehört das letzten Endes immer die Entscheidung des Patienten wichtiger ist als alles andere.

00:03:07: Wenn Sie als Patientin oder als Patient sagen, dass Zeug nämlich nicht, dann nehmen sie es nicht!

00:03:13: Das ist ganz einfach so, wir stehen jetzt schließlich auch nicht mit gezückter Pistole neben Ihnen zu Hause jeden Tag morgens wenn Sie das Zeug schlucken sollen.

00:03:21: Das heißt, die letzte Entscheidung liegt immer bei Ihnen und das ist natürlich schwierig Wenn man Patient ist, wenn man Probleme hat, wenn Laborwerte nicht stimmen.

00:03:31: Wenn man sich vielleicht nicht gut fühlt und ein bisschen Angst hat, da ist man wirklich in einer schwierigen Situation.

00:03:39: Machen wir es dreieinach!

00:03:42: Zuerst die Geschichte mit der Erfahrung.

00:03:45: Also glauben Sie mir ich glaube dass ich sehr viel mehr Menschen mit Diabetes gesehen und erlebt habe als die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen in der Allgemeinen Medizin.

00:03:56: Ich habe viele Jahre in den großen Diabetesambulanzen in Wien gearbeitet, dann eine Kassenordination gehabt, in der ich auch über fünfhundert Menschen mit Diabetes laufend beteiligen durfte.

00:04:06: Zusätzlich zu meiner Arbeit als Hausärztin und das ist eine Patientenmenge wie sie ihnen etwa auch in einer kleinen Ambulanz in irgendeinem Landspital vorkommt.

00:04:17: Jetzt im Internet habe ich vielleicht weniger Kontakte weil ich ja nur mehr die kleine Privatorde hab aber ich habe ganz, ganz viele Kontakte eben übers Netz und Feuer in unserer App.

00:04:27: Also ich höre ganz viele Diabetes-Geschichten!

00:04:30: Und natürlich erinnere ich mich an viele, viele Menschen denen ich das eine oder das andere Medikament empfohlen habe.

00:04:37: Würde ich mich daher trauen jemanden zu sagen laut meiner Erfahrung, laut meiner persönlichen Erfahrung ist Medikamente A für sie besser als medikament B. Es wird sich vielleicht überraschen Aber die Antwort darauf ist ein ganz klares Nie im Leben.

00:04:58: Ganz sicher nicht!

00:05:00: So etwas werden sie von mir nie hören.

00:05:02: Warum?

00:05:03: Naja, ich habe zwar viele hunderte Menschen mit der Bittes gesehen Ich hab so mal überschlagen, ich hab glaube ich mit mehr als dreihundert Menschen begonnen ihnen zu zeigen wie man das Insulin spritzt und sich hineinbegleitet in den Beginn einer Inselintherapie.

00:05:17: nur so als Beispiel.

00:05:19: Ja klar habe ich viel erlebt aber... Das eine isst Eine Beobachtung, eine Erfahrung mit einem Medikament das ist etwas Extremsubjektives.

00:05:32: Dazu kommt noch dass wir alle Menschen sind.

00:05:35: ich natürlich auch.

00:05:37: Stellen Sie sich einmal vor sie erleben tausende Patienten Geschichten.

00:05:40: welche merken sie sicher als Arzt als Ärztin?

00:05:44: Natürlich leider in erster Linie die wo etwas nicht gut ausgegangen ist.

00:05:50: Wo ein Verlauf schlimm war was Komplikationen gegeben hat Geschichten, die belastend und traurig sind.

00:05:59: Wärzte sind gewohnt damit umzugehen.

00:06:01: auf der anderen Seite es gibt natürlich Geschichten.

00:06:05: sie sind so belastet dass mein Unmensch wäre wenn man's wirklich in der Ordination ließe und nicht auch privat weiter dran knappert und drüber nachdenkt was man sich natürlich auch merkt.

00:06:17: das sind ganz ganz tolle Erfolge.

00:06:19: Da kommt jemand mit fünfhundert Nüchtern, Zucker und Beizen habe ein C. Und sieben Monate später ist alles in bester Ordnung alle Werte im Normalbereich.

00:06:28: Ja klar sind das Highlights!

00:06:30: Ich bin die erste, die sich mit meinen Patientinnen und Patienten freut über Erfolge.

00:06:35: ich feiere es richtig gehe und ich lache gerne, ich bin gern froh und glücklich und wenn Patienten so schöne Erfolgen haben dann freue ich mich aus ganzem Herzen mit ihnen.

00:06:45: Das sind aber keine Erfahrungen aus denen ich mich wagen würde, abzuleiten wie ich dem nächsten Patienten der nächsten Patientin begegne was sich immer hier empfehle.

00:06:57: Denn das sind Einzelgeschichten und das was ich mich erinnere ist noch dazu gefiltert durch meine persönlichen Filter.

00:07:05: die haben zu tun mit mir mit meinem Wissen mit meiner Geschichte Mit dem was mich an einem oder anderen Tag gerade besonders emotional berührt hat.

00:07:14: es wird mir mehr im Gedächtnis bleiben.

00:07:17: Sie sehen schon diese Geschichte von ärztlicher Erfahrung.

00:07:21: Sie steht auf ziemlich tönernen Füßen und wird auch heute nicht mehr so einen Vordergrund gerückt, wie es früher einmal war.

00:07:30: Für sie als Patientin oder Patient gilt ja auch wenn sie zum Arzt oder zur Ärztin kommen dann hätten sie gerne eine Empfehlung welches Medikament für sie in ihrer Situation hier und jetzt am besten geeignet ist.

00:07:47: Und Sie hätten gerne eben das Medikament, das am besten geeignet ist.

00:07:51: Punkt!

00:07:53: Sie möchten nicht unbedingt das Medi- kament, dass Ihr Arzt besonders gern hat?

00:07:58: Das ist nicht das was sie wollen.

00:07:59: Sie wollen das Medikerment bekommen von dem am Besten bekannt und bewiesen ist, dass es in Ihrer spezifischen Situation, in Ihrer persönlichen Situation gut hilft.

00:08:12: Damit sind wir bei Punkt zwei Wissenschaft Leitlinien & Studien.

00:08:19: Studien sind was Feines und ich bin enorm dankbar dafür, dass dieser Mechanismus wie Studien gemacht werden, wie sie geplant werden oder durchgeführt werden.

00:08:30: Dass das in den letzten dreißigvierzig Jahren so massiv verbessert wurde.

00:08:36: man hat mit viel Anstrengung versucht Fehlerquellen auszuschalten.

00:08:41: Ich bin selber Studienärztin, ich dürfte an mehreren Studien teilnehmen.

00:08:45: Ich weiß was es für ein ungeheurer Aufwand ist.

00:08:47: nur um Ihnen eine Vorstellung zu geben wenn zum Beispiel im Rahmen einer Studie Menschen Blut abgenommen wird und sagen wir mal den Habe ins C-Wert zu überprüfen dann wird dieses Röhrchen natürlich nicht ins nächste Label geschickt sondern man bekommt dann von der Studienleitung die entsprechenden Röhrchen, die natürlich nur mit Kennnummern beschriftet sind.

00:09:10: Nie mit Patientennamen.

00:09:11: Dann wird das Blut abgenommen und da gibt es Anleitungen, die sind viele, viele Seiten lang wie man das genau machen muss.

00:09:18: dann wird das Röhnchen in einen Kühlschrank gegeben oder auch sofort tief gefroren.

00:09:23: Natürlich hat der Kühl schrank ein geeichtes Thermometer.

00:09:26: Das wird auch überprüft ob man das regelmäßig abliest Ob man garantieren kann dass die Temperatur stimmt usw.

00:09:33: dann kommt ein Spezialbote von einem internationalen Botendienst sehr oft auch mit einer großen Schachtel, wo Trockeneis drinnen ist.

00:09:42: Dann hat man genaue Anleitungen wie man diese Röhrchen verpacken soll in was man die einwickeln sollen bekommt Behälter, wo man die hineinsteckt und letzten Endes übergibt man sie dann dem Transport füllt einige Scheine aus muss das alles ganz genau machen.

00:10:02: Sendungen auf direkten Weg in irgendein Zentrallabor, wo ausgewertet wird ein Labor das irgendwo in Europa ist.

00:10:09: Das nach höchstem Standards arbeitet und möglichst gute Ergebnisse bringt.

00:10:15: Und natürlich auf dem ganzen Weg weiß niemand welches Röhrchen zu welchem Menschen gehört weil in Studien Patienten nur mit Kennenummern beschrieben werden.

00:10:26: Es ist nur ein kleiner Ausschnitt über das Handling wie solche Studien laufen.

00:10:31: Dazu gibt es noch Protokolle, die man ausfüllen muss.

00:10:34: Oft hunderte von Seiten – das ist unglaublich auffällig!

00:10:38: Dieser ganze Aufwand dient dazu, Dinge vergleichbar zu machen.

00:10:43: Wenn wir zum Beispiel eine Studie über Nationales Bedeckament machen dann ist oft die Vorgabe ja da sollen Menschen sein zwischen sagen wir mal fünfzig und fünfundachtzig Jahren.

00:10:53: Die sollen nicht länger als drei Jahre Diabetes haben, nicht kürzer als sechs Monate.

00:10:58: Die sollen einen Langzeitwert zwischen, sagen wir mal, sieben und zehn haben

00:11:01: usw.,

00:11:03: da wird versucht eine große Anzahl von Menschen zu finden, Europa und oft auch weltweit in den großen Ambulanzen die einander möglichst ähnlich sind und die dann in der Studie wie wir sagen beobachtet werden.

00:11:16: das heißt jetzt nicht dass wir ihn auflauern und zuschauen was die tun den ganzen Tag sondern dass es zu genau festgelegten Zeitpunkte Kontrolluntersuchungen gibt und eben auch zum Beispiel Blutabnahmen, EKGs, Blutdruckmessungen, Gewichtskontrollen usw.

00:11:31: Und das erst wenn alle diese Daten vorhanden sind ausgewertet wird.

00:11:37: nur im Zuge der Auswertung weiß man dann wer hat das echte Medikament bekommen?

00:11:43: Wer hat nur leere Kapseln bekommen?

00:11:47: eine Statistik machen und aus dem kann man dann sehen, wenn ein Teil der Patienten das richtige Medikament bekommen hat.

00:11:55: Und diese Patienten haben im Durchschnitt deutlich bessere Werte, bekommen weniger Herzinfarkte, weniger Schlaganfälle.

00:12:04: Dann haben wir sozusagen den Beweis dieses Medikaments wirkt.

00:12:08: nur so als kleinen Einblick.

00:12:11: solche Studien werden laufend gemacht Für neue Medikamente aber auch natürlich für Medikamenten, die schon am Markt sind.

00:12:17: Um sie zu überprüfen und vielleicht auf neue Wirkweisen draufzukommen usw.

00:12:24: Und dann gibt es in jedem Land die absoluten Top-Spezialisten für eine Krankheit.

00:12:31: Im Fall des Diabetes sind das eben die Ärzte, die in Deutschland Diabetologen heißen bei uns Internisten mit Zusatzausbildung, Genokrinologie aus den großen Unikliniken zum Beispiel.

00:12:45: Die setzen sich dann zusammen, können sich noch weitere Spezialisten dazu hören und die versuchen immer wieder aus dem ganzen Wissen was da ist – aus vielen Studien herauszufinden.

00:12:58: wie bringen wir das in eine Handlungsanleitung für die Kollegen und Kolleginnen, die wieder in den Ordinationen mit Menschen mit Diabetes arbeiten?

00:13:08: Sie können sich ja vorstellen als kleine Hausjetztin hat man es zu tun mit Tausenden von Krankheiten und Diabetes ist ja nur ein ganz kleiner Teil davon.

00:13:17: Niemand von uns könnte die komplette Wissenschaft im Auge behalten, das ist nicht möglich!

00:13:21: So viele Journales so viele Veröffentlichungen so viele Studien in teilweise komplizierten Englisch über Dutzende von Seiten.

00:13:29: dazu gibt's diese Boards also dieser Gruppe von Spezialisten die sich die Zeit nehmen und die das Wissen dann zusammenführen und daraus Leitlinien schreiben.

00:13:41: Da gibt es die berühmten Leitlinien der amerikanischen Diabetesgesellschaft, der EDE.

00:13:47: Ich lese selber sehr gern die Leitlinean der deutschen Diabetes-Gesellschaft.

00:13:51: Es gibt natürlich auch die der österreichischen Diabetisgesellschaft.

00:13:54: Und in diesen Heften und diesen Leitlnien, die da gemacht werden, da steht halt drinnen.

00:14:00: nach dem heutigen Wissenstand ist das am besten dies oder jenes zu tun.

00:14:07: Dadurch dass wir diese Informationen haben haben wir einen sicheren Boden unter den Füßen und wissen genau, warum zum Beispiel bis jetzt noch immer bei Beginnendem Typ II Diabetes mit Forminus erstes Medikament empfohlen wird.

00:14:23: Ja natürlich wissen wir das es nicht jeder verträgt, da steht auch genauso in den Leitlinien drin und die Leit Linien führen danach aus.

00:14:30: falls es jemanden nicht verträght was sind gute Alternativen?

00:14:34: Was könnte man geben statt Medformin?

00:14:38: Oder wenn Medforminn allein nicht ausreicht, was könnte das zweite, das dritte Medikament sein.

00:14:43: Und da hat sich in letzter Zeit enorm viel verändert, weil moderne Diabetes-Medikamente mehr können als Anfangszeichen nur dem Blutzucker zu senken.

00:14:53: Da gibt es die Medikamente, deren den Nieren angreifen.

00:14:56: Die zusätzlich auch einen Schutz geben bei Herzschwäche, die die Nierenfunktion verbessern.

00:15:04: Es gibt die Chilpevans, die Spritzen den nicht ganz zutreffenden Namen abnehmenspritzen bekommen haben.

00:15:10: Die sind in Wirklichkeit hervorragende Diabetesmedikamente und die auch dafür entwickelt worden zuerst einmal.

00:15:16: Die zusätzlich einen Schutz geben im Prozentbereich vor Herzinfarkt- und Schlagenvollen usw.

00:15:23: Man kann jetzt von der einzelnen Hausärztin und auch denke ich von der Fachärzte nicht erwarten dass er oder sie alle diese Studien gelesen hat.

00:15:32: aber was man erwarten kann ist, dass die Leitlinien bekannt sind.

00:15:36: Dass es bekannt ist was die besten Experten auf dem Gebiet empfehlen.

00:15:42: und dann hat man halt den Patienten vor sich Und dann muss die Entscheidung fallen Was empfehle ich meinen Patienten meiner Patientin?

00:15:52: Und da ist für mich der aller alle wichtigste Faktor das Wissen, was sagen die Leidlinien?

00:15:59: Jemand hat frisch entdeckten Diabetes, was sagt die Leitlinie dazu?

00:16:03: Was soll geschehen?

00:16:05: Welche Kontrolluntersuchungen?

00:16:07: zum Beispiel auch dass ich den möglichst schnell zum Aungall schicken soll und so weiter.

00:16:12: Und dann werde ich einerseits diesen Patienten genau nach seiner Geschichte befragen gab es in der Familie Diabetes?

00:16:19: welche Krankheiten gibt's bis jetzt?

00:16:21: Gabs vielleicht schon Probleme mit hohem Blutdruck?

00:16:24: Gab's hoffentlich nicht einen Herzinfarkteinen Kleiner Schlaganfall, irgendwelche andere Gefäßprobleme usw.

00:16:32: Und dann melde ich ihm oder ihr das Empfehlen von dem wir Ärzte wissen dass es am besten geeignet ist.

00:16:40: und gerade beim Diabetes ist es so dass wir ja insgesamt fünf Medikamentenfamilien haben plus die Spritzen, die Abnimmspritzen plus das Insulin und alles hat spezielle Wirkungen und spezielle Vor- und Nachteile.

00:16:56: Ich werde versuchen, die Situation des Patienten der Patientin so gut wie möglich kennenzulernen.

00:17:01: Wie lebt denn der?

00:17:03: Das ist ihm wichtig!

00:17:06: Lebt er ein sehr regelmäßiges Essen erleben mit regelmäßigem Essen Frühstück, Mittagessen und Abendessen?

00:17:11: Ist es jemand, der jeden Tag zu völlig verschiedenen Zeiten schlaft und wach ist?

00:17:17: Ist das vielleicht ein Künstler, der manchmal ganze Nächte durcharbeitet und dann wieder einen Tag lang schläft und so weiter und sofort?

00:17:24: Das alles ist wichtig für die Entscheidung.

00:17:26: Das heißt, meine Aufgabe als Ärztin ist es das zusammenzuführen.

00:17:31: Das Wissen von in welcher Situation ist in großen Studien was als das Beste bewiesen worden und was passt jetzt für den Menschen vor mir?

00:17:43: Und je besser ich in der Materie drin bin, je besser Ich mich auskenne desto leichter wird's mir fallen hier das Richtige zu empfehlen.

00:17:52: Jetzt kanns natürlich sein dass der Patient oder die Patientin ganz und gar nicht einverstanden ist mit dem, was ich davon mir gebe.

00:17:59: Und damit sind wir beim dritten Punkt!

00:18:03: Die Präferenzen wie das immer heißt?

00:18:05: Also die Vorlieben des Patienten.

00:18:08: Jetzt könnte man sagen ja, wie sollen denn diese doofen Patienten wissen, was sie wollen?

00:18:13: Gott sei Dank ändert sich das gerade.

00:18:15: In Zeiten des Internets kann man ganz viele Leute schon sehr viel Wissen mitbringen, die nachgeschaut haben, die es sich durchgelesen haben.

00:18:23: Es gibt oft vehementen Widerstand gegen etwas, das wir empfehlen.

00:18:28: Da kann ich Ihnen ein paar Geschichten dazu erzählen z.B.

00:18:31: Metformin.

00:18:33: Metormin wird ja oft als erstes der Betismedikament empfohlen mache ich natürlich in fast allen Fällen auch und dann kommt manchmal wütender Widerstand.

00:18:44: aber ich habe im Internet gelesen dass macht so schlimme Nebenwirkungen Und da geht es um ein Gespräch, da gehts dann um Aufklärung.

00:18:53: Ich sage dann den Leuten oft, was glauben sie?

00:18:55: Wer wird eher im Internet einen Erfahrungsbericht schreiben.

00:18:59: Jemand der Tabletten nimmt die Tablette überhaupt nicht spürt und wo heute Langzeitwert nach drei Monaten etwas besser ist das ist genau das was das Medikament bewirken soll.

00:19:10: oder jemand der es nicht verträgt Der zu dem paar Prozent der Leute gehören die Nähmwirkungen haben natürlich der mit den Nähmm wirkungen Das heißt diese oft auch Sensationsgeilen Berichte sind immer so, dass man das Gefühl bekommt, irgendein Medikament bewirkt bei jedem irgendwelche Nebenwirkungen.

00:19:31: Was ja nicht stimmt!

00:19:33: Von häufigen Nebenwerkungen sprechen wir, wenn ein bis zehn Prozent der Leute diese Nebenwärkung haben.

00:19:39: Das heißt aber selbst in dem Biopark Zettel was von häufig steht – neunzig von hundert vertragungswunderbar?

00:19:46: Ein bis zehn von hundert haben Probleme.

00:19:50: Diese Dinge kann man natürlich zurechtrücken.

00:19:54: Ein anderes Beispiel, das mir sehr oft begegnet sind die Stadien.

00:20:00: Die Medikamente gegen erhöhte Skolesterin – da gibt es auch oft die Aussage «das will ich nicht nehmen».

00:20:09: Natürlich habe ich das zu respektieren und natürlich entscheidet immer die Patientin der Patient.

00:20:15: Da gibt's aber noch einen zweiten Aspekt!

00:20:17: Ich bin von Gesetz her verpflichtet den Menschen, die für sie wirksamste und nachhaltigen Wissenstand beste Therapie zu empfehlen.

00:20:27: Noch einmal ich bin gesetzlich verpflichtet meinem Patientinnen und Patienten die Therapie zur Empfehlung die bewiesenermaßen Leitlinien gemäß Die Beste Für Sie ist.

00:20:42: Und wenn jemand so schnell sagt zum Beispiel einen Verzeihen kein Statin will Ich nicht nehmen dann muss ich trotzdem darüber aufklären.

00:20:51: Und wenn Sie sich einmal von der anderen Seite betrachten, wenn sie Patientinnen oder Patienten sind, Sie möchten von mir wissen was ist am besten für Sie geeignet?

00:21:02: Was ich da oft mache, ist dass ich meinen Patienten und Patientinnen sage natürlich Sie entscheiden ob Sie etwas nehmen möchten ja oder nein.

00:21:12: Ganz klar!

00:21:13: Wenn jemand sagt Ich mag etwas nicht haben dann ärgert mich das nicht.

00:21:18: Das hat ja nichts mit mir als Person zu tun, sondern der Mensch möchte halt dieses eine Medikament nicht nehmen.

00:21:23: Alles gut!

00:21:25: Keine Verärgerung?

00:21:26: Ich bin nicht enttäuscht ich bin nicht böse ist alles lächerlich.

00:21:29: wir sind ja hier bitte nicht im Kindergarten aber mein Auftrag als Arzt ist es zu informieren und mein Bedürfnis als Ärztin die schon so lange mit Menschen mit Diabetes arbeitet ist das ja auch das von dem wir wissen dass es gut hilft das zumindestens zu erklären und anzubieten.

00:21:48: Und der Kompromiss ist dann oft, dass ich sage selbstverständlich Sie können es gerne ablehnen aber bitte verstehen sie.

00:21:55: Ich muss es Ihnen empfehlen!

00:21:56: Ich möchte es ihnen empfehle und ich bitte Sie jetzt das Sie mir zu hören.

00:22:00: Ich erkläre Ihnen jetzt einmal warum wir Ärztinnen und Ärzte dieses Medikament empfeheln.

00:22:07: Sie hören mir bitte zu.

00:22:09: Sie geben mir die paar Minuten und wenn Sie dann sagen ich will's aber trotzdem nicht haben alles gut dann mache ich mir eine Notiz in meine Kartei und lasse sie ein Jahre oder zwei Jahre in Ruhe.

00:22:22: Und mache meine Notiz, da steht uns zum Beispiel drinnen, stattdien im April zwanzig-achtundzwanzig wieder ansprechen – oder zwanzigsimmonszwanziger?

00:22:31: Genau das tue ich auch!

00:22:33: Dann ist dieses Medikament bei den nächsten Kontakten kein Thema aber wenn es ja um ist, dann komme ich darauf zurück.

00:22:40: Ich möchte auch etwas mit Ihnen noch besprechen.

00:22:43: Ihr älter L-Kolesterlin ist leider immer noch zu hoch, wir haben vor einem Jahr darüber gesprochen.

00:22:48: ich möchte nochmal unser Gespräch über die Statine aufgreifen und dann erzähle ich noch einmal warum wir das empfehlen.

00:22:56: Wenn ein Mensch sagt, ich habe Vorbehalte, kann mich nicht überwinden das zu nehmen?

00:23:02: Alles gut!

00:23:03: Dann ist es unsere Job, die nächste Möglichkeit anzubieten.

00:23:08: Ich erlebe das ganz oft bei dem einst Diabetes.

00:23:11: Also jetzt nicht mehr, weil ich jetzt nur mal mit dem zweier arbeite aber ich habe das ganz, ganz oft gehabt.

00:23:16: Leute die mit zwei Pens handieren.

00:23:19: in dem einen Pen ist das langwirksame Insulin drin im anderen Pen der schnell wirksame Inselin.

00:23:25: und diese Patienten, diese Menschen mit Diabetes spritzen halt das Basisinsulin regelmäßig täglich um dann vor jedem Essen genau so viel schnelles Insulin wie sie für dieses Essen brauchen.

00:23:38: Und damit man das gut dosieren kann, muss man eine Menge lernen und wissen.

00:23:42: Und ausprobieren weil es schwer ist die Insulinmenge auf die Essensmenge abzustimmen.

00:23:49: Diese sehr komplizierte Insulintherapie geht heute deutlich einfacher mit einer Insulinpumpe.

00:23:56: Und immer wieder habe ich erlebt dass Menschen gesagt haben so ein Kaster kommt mir nicht ins Haus.

00:24:00: da hab' ich dann einen Schlauch an mich und ich muss die Pumpe in den Hosen sack oder irgendwo hinstecken und nein, nein, Nein!

00:24:05: Das ist unheimlich willig nicht haben.

00:24:08: Wir wissen aber, dass Menschen mit Insulinpumpe weniger Hypo-San, das die vor allem deutlich weniger schwere Unterzuckerungen haben.

00:24:17: Gerade mit den automatischen Punkten jetzt, die ja das Insulin abschalten und versuchen ihren Menschen zu bewahren von einer Unterzuggerung.

00:24:24: Wir wissen, dass die Ergebnisse besser sind, dass weniger Spätschellen sind, damit der Zucker ruhiger läuft wenn Menschen Insulinpoppe verwenden.

00:24:33: Sehen Sie?

00:24:33: Das ist auch so eine Situation!

00:24:36: Ich muss darüber informieren und ich will ja auch darüber informiert.

00:24:40: Wenn ich jetzt einfach sagen würde, ja ist recht brauchen Sie nicht?

00:24:44: Dann mache ich mich sogar strafbar!

00:24:47: Denn das wäre vor Enthalten einer wirksamen Therapie.

00:24:52: Vor Enthaltung einer wirksameren Therapie.

00:24:55: Das ist nur ein anderer juristischer Ausdruck der bedeutet Wir sind als Ärzte und Ärztinnen verpflichtet die wirksamste Therapie zu erklären und anzubieten.

00:25:06: Und da mache ich es genauso wie früher mit dem Beispiel, mit den Stadienern.

00:25:10: Da habe ich auch immer gesagt... Ich weiß, dass schon viele Leute sie auf Inslimpumpe angesprochen haben aber ich möchte das jetzt noch einmal tun.

00:25:19: geben Sie mir bitte die paar Minuten.

00:25:21: lassen Sie mich erklären was die neuen Pumpen heutzutage können und wo ich den Vorteil für Sie sehe.

00:25:27: wenn Sie dann sagen Sie möchten trotzdem nicht mach ich eine Notiz in meiner Kartei denn einem Jahr spreche ich sie wieder drauf an.

00:25:36: Das entspannt auf die Situation.

00:25:38: Nicht einmal haben mich Leute da verblüfft angeschaut und dann gesagt zu lachen begonnen, und haben gesagt natürlich schau ich mir an ob sie sich wirklich dran halten?

00:25:47: Und das war dann oft so dass beim nächsten oder übernächsten Kontakt dann auf einmal gekommen ist ja und was ist mit der Pumpe?

00:25:54: und ich lächle dann freundlich und sage wir haben doch ausführlich darüber gesprochen.

00:25:58: Sie haben mir gesagt sie möchten es nicht und wenn ich da in meine Karteil schaue dann steht erst im Mai, den Jungen von dem Jahr, sprich ich sie wieder drauf an.

00:26:07: Das erzeugt manchmal auch Irritation und gar nicht so selten.

00:26:11: was dann?

00:26:12: so, dass jemand gesagt hat, naja müssen wir da wirklich bis nächstes Jahr warten?

00:26:17: Und dann schaue ich immer erwartungsvoll!

00:26:19: Dann sagt er das Sie können uns noch einmal sagen, was Sie mir da gesagt haben, könnte ich mal sowas vielleicht anschauen und Sie merken schon, was da passiert.

00:26:29: Das heißt mein Bestreben ist es, ich möchte die bedenken und die Urteile meint wegen Vorurteile meiner Patienten wirklich ernst nehmen, um mich selbstverständlich danach richten.

00:26:40: Das ist der eine Seite!

00:26:41: Und das isst ihr Recht als Patient?

00:26:42: Bestehen Sie

00:26:43: darauf?!

00:26:44: Wenn sie etwas nicht wollen, dann lehnen Sie es ab – und das IST von uns Ärzten zu respektieren.

00:26:49: Aber vor mir aus ergeht auch die Bitte an Sie als Patient, dass Sie ein bisschen Verständnis haben.

00:26:58: wir wollen ja helfen Wir sind ja Ärzte geworden weil's uns so fasziniert Weil es so toll ist, dass man mit Medikamenten, mit Tipps, mit Dezberatungen, mit technischen Hilfsmitteln und sei sein Insulinpunkte ein Pen mit einem Insulin, mit einem anderen Hormon.

00:27:15: Wie faszinierend es ist das man Menschen helfen kann weniger krank zu sein im Fall des Diabetes Und dass es uns auch ein echtes Anliegen ist, das es ihnen möglichst gut geht als Patientinnen als Patienten.

00:27:28: dafür sind wir da.

00:27:31: Ich erwarte oder wünsche mir von Ihnen, dass Sie als Patienten auch dafür Verständnis haben, dass wir einmal sagen okay ich habe gehört sie wollen das nicht.

00:27:41: Aber bitte haben Sie Verständnissen dafür.

00:27:43: es ist oder wäre die wirksamste Therapie.

00:27:47: lassen Sie mich in aller Ruhe Ihnen bitte erklären warum wir das meinen haben und wenn Sie dann sagen Sie möchten es nicht?

00:27:54: Dann schauen wir uns nach einer anderen Möglichkeit um!

00:28:01: können Gespräche unter Erwachsenen stattfinden.

00:28:04: Dass wir uns gegenseitig respektieren, aber dass es nicht so sein kann, dass jemand sagt nein will ich nicht und will gar nicht zuhören.

00:28:12: Das gibt's bei mir nicht das sage ich ja auch ganz klar.

00:28:16: Ich möchte wissen, dass ich verpflichtet bin rüberzubringen und dass mir ein Herzensanliegen ist.

00:28:23: Ich möchte Ihnen das mitteilen und dann liegt selbstverständlich die Entscheidung ganz beinahe.

00:28:32: Was Schöne an der Begleitung von Menschen mit Diabetes ist ja genau das, dass wir doch viele oder mehrere Möglichkeiten haben, Diabetesmedikamentös zu behandeln und dass die Lebensumstände und die Geschichten der Menschen, die wir treffen so total unterschiedlich sind.

00:28:49: Sie glauben gar nicht, was für interessante Berufe ich keinen anderen habe dürfen, weil mir Leute erzählt haben, was sie beruflich machen, Berufer, bei denen ich noch nie gehört hab, dass es die gibt Was ich gehört habe von tollen Urlaubszielen, von Kreuzfahrten.

00:29:03: Von sportlichen Aktivitäten und unglaublich verschiedenen Lebenswelten.

00:29:09: Gerade bei einer chronischen Krankheit wo Lebensumstände auch wichtig sind ist es eine unglaublich schöne und spannende Angelegenheit.

00:29:18: Es ist auch etwas für mich sehr dankbar bin dass sich so viele verschiedene Menschen kennenlernen darf und das ich immer wieder versuchen darf aus dem Wissen der Wissenschaft zu vermitteln, zu meinen Patientinnen und Patienten anzubieten das von dem wir nach heutigen Wissen wissen dass es am besten hilft.

00:29:40: Und dann aber selbstverständlich die Entscheidung des Patienten zu respektieren.

00:29:46: So!

00:29:47: Das war jetzt ein kleiner Blick hinter die Kulissen wie wir Ärztinnen und Ärzte arbeiten.

00:29:52: War vielleicht ein bisschen theoretisch für sie Aber ich denke mir auch so.

00:29:57: was darf im Podcast der Zuckerdante Platz haben.

00:30:02: Wenn Sie Fragen dazu haben, freue ich mich!

00:30:04: Dann schreibst mir entweder auf YouTube einen Kommentar oder sie gehen einfach auf die Homepage der ZUGERDANTE oder zu uns in die App, app.zuckerdantepunktat im Internet zu finden.

00:30:15: Da erreichen Sie mich ganz einfach indem Sie einfach in unserer Community Ihre Fragen stellen.

00:30:21: Wir werden uns schon finden Und ich freue mich gerade bei solchen Themen, besonders wenn wir im Gespräch bleiben.

00:30:29: Das war's für heute!

00:30:30: Die Zuckerdante grüßt und wünscht allzeit gute Werte!

Über diesen Podcast

Was genau sagt der HbA1c-Wert? Darf ich zu Weihnachten auch mal ein Plätzchen
mehr essen? Wie wirkt sich Stress aus auf meine Zuckerwerte? Was mache ich bei Überzucker und Unterzucker?

Im Podcast der Zuckertante gibt es Geschichten und viele Informationen für Neulinge und auch für die erfahrenen Diabetiker ist immer etwas dabei

Mein Name ist Dr. Susanne Pusarnig, ich bin Ärztin für Allgemeinmedizin und im Internet "die Zuckertante". Ich begleite, berate und betreue Menschen mit Typ 2 Diabetes seit über 25 Jahren. Übers Internet und hier im Podcast kann ich viele Menschen erreichen, Angst vor Diabetes nehmen und alles was man als Diabetiker wissen sollte, verständnisvoll und humorvoll weitergeben..
Dieser Podcast ersetzt keinen Arztbesuch und dient rein zur Information und Aufklärung.

Noch viel mehr Informationen finden Sie auf meiner Webseite
www.zuckertante.at

von und mit Dr. Susanne Pusarnig

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