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"Ich hab Bewegung gemacht, Frau Doktor. Das soll doch so gut sein bei Typ-2-Diabetes. Und wissen Sie was? Fast eine Stunde lang war ich unterwegs und ich bin wirklich flott gegangen, schneller als sonst. Es war eigentlich anstrengend. Aber dann, dann schau ich mir den Zucker an und dieser blöde Blutzucker war höher als vorher." Wie kann denn das sein? Es heißt doch immer, der Blutzucker sinkt nach Bewegung, der wird besser. Bei mir ist wieder mal alles anders. Bei mir funktioniert gar nichts. Ja, liebe Hörer, Sie wissen gar nicht, wie oft ich so was oder Ähnliches gehört hab in diesen über fünfundzwanzig Jahren, wo ich jetzt mit Menschen mit Diabetes arbeite. Und das Thema Bewegung hatten wir auch vor Kurzem in meiner App, in der App der Zuckertante. Die finden Sie übrigens unter app.zuckertante.at im Internet, noch nicht in den App Stores. Ja, und da ist die Frage auch aufgekommen, weil ich hab nämlich eine Umfrage gemacht. Jetzt nicht in der ganzen App, sondern nur in dem kleinen Teil, der den Mitgliedern meines Diabetesklubs vorbehalten ist, die eben da auch die Live-Sprechstunden bekommen und so weiter. Und die hab ich gebeten abzustimmen, was ihnen an dem ganzen Management ihres Diabetes am schwersten fällt: Medikamente nehmen, Insulin spritzen, Diät halten, der Stress oder Bewegung. Und es war wirklich überraschend: Am schwersten wurde bewertet, nicht wie zu erwarten gewesen wäre, und ich mir's auch gedacht hab, die Diät, sondern die Bewegung. Die macht am meisten Probleme aus vielerlei Gründen. Sei es, dass man's nicht so gewöhnt ist, sei es, dass eben der Blutzucker scheinbar völlig paradox reagiert. Und genau darum geht's in der heutigen Podcast-Folge. Ja, herzlich willkommen beim Podcast der Zuckertante. Ich bin Dr. Susanne Pusarnig. Ich bin Ärztin für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Typ 2 Diabetes und ich begleite und berate Menschen mit Typ 2 Diabetes seit über 25 Jahren. Im Internet als die Zuckertante und wie Sie ja schon in der Einleitung gehört haben, auch mit meiner neuen App. Übrigens, die finden Sie im Internet unter app.zuckertante.at Wollt ich nur noch einmal sagen. Genug der Werbung. Worum geht's denn heute? Es geht um die eigenartigen Dinge, die der Blutzucker aufführen kann nach Bewegung. Jetzt kann's natürlich sein, dass bei Ihnen alles in bester Ordnung ist: jedes Mal, wenn Sie Bewegung machen, ist der Blutzucker nachher tiefer. Aber selbst dann ist es vielleicht einmal interessant zu hören, wie so etwas wirklich funktioniert. Und dann gibt's noch die armen Tröpfe, die eben genau das erleben, was ich am Anfang erzählt hab, nämlich dass der Blutzucker nach Bewegung sogar höher ist oder einmal tiefer, einmal höher oder wie mir vor Kurzem ein Klubmitglied geschrieben hat, während der Bewegung runter auf unter sechzig, was sie aber nicht gespürt hat, nachher angestiegen und zum Schluss höher als vor Beginn. Wie kommen diese Dinge zustande? Wie kann das sein? Wir schauen uns heute zuerst einmal an, wie das überhaupt funktioniert mit dem Blutzucker und den Muskelzellen. Wir schauen uns dann an, warum der Zucker manchmal ansteigt und als Letztes und Wichtigstes natürlich, ob das immer so sein muss oder was Sie tun können, damit Sie eben den guten Effekt von nicht allzu anstrengender Bewegung haben. Ganz als Erstes, wenn der Blutzucker nach Bewegung ist höher als davor, dann heißt das nicht automatisch, dass bei Ihnen irgendetwas falsch läuft, dass bei Ihnen in Ihrem Stoffwechsel irgendwas anders ist als bei anderen Menschen. Ganz und gar nicht. Denn wie wir noch sehen werden, Bewegung kann den Blutzucker auf so viele verschiedene Arten beeinflussen. Nicht alles wirkt gleich und sofort und wieder einmal, unsere Körper sind Biosysteme. Wir sind Säugetiere. Wir sind keine Computer. Wir sind keine Taschenrechner. Überraschungen kann's immer mal geben. Also das einmal gleich als Trost vorneweg. Und wenn Sie so was erleben, Sie sind damit bei Weitem nicht alleine. Als erstes schauen wir uns jetzt an, was im Muskel, in den Muskelzellen passiert, wenn wir uns bewegen. Wie da der Stoffwechsel jetzt des Muskels reagiert. Unsere Muskeln im Körper, alle Muskeln zusammen kann man sich ja vorstellen als ein großes Bewegungsorgan. Ne? Die Muskeln in der Hand, in den Beinen, überall. Die Muskeln tragen ja letztlich das Herz und die Leber und die Nieren und uns als Menschen spazieren. Der Muskel bewegt uns durch unsere Welt, durch unsere 3D-Welt, durch unsere echte Welt. Da wirkt die Schwerkraft. Die Muskulatur ist dafür verantwortlich, dass Menschen aufrecht gehen. Die Muskulatur ist überhaupt dafür verantwortlich, dass wir uns bewegen, dass wir Dinge aufheben können, dass wir mit Dingen Sachen machen können, dass wir ein Handwerk ausüben können, Wäsche waschen, kochen und so weiter können. Und das ist echte Arbeit. Das ist auch Arbeit im physikalischen Sinn. Da wird wirklich richtig Energie verbraucht. Das heißt, wenn Muskeln arbeiten, dann brauchen sie Brennstoff. Und die wichtigsten Brennstoffe für unsere Muskelzellen sind Zucker, Glukose und ein bisschen auch die Fettsäuren. Allein wenn wir nur gehen, braucht der Muskel natürlich schon mehr Energie, als wenn wir auf der Couch sitzen. Übrigens, auch wenn wir auf der Couch sitzen, arbeitet immer noch die Atemmuskulatur, die Muskulatur, die uns aufrecht hält und so weiter. Wenn wir uns bewegen, wird normalerweise bei gesunden Menschen mehr Zucker als Treibstoff verbraucht, verbrannt und entsprechend versucht auch die Muskelzelle, mehr Zucker in sich reinzukriegen, mehr Zucker wird aufgenommen. Das hat bei Diabetes, wenn alles glatt läuft, den schönen Effekt, dass der Zucker vermehrt aus dem Blut in die Muskelzellen reinfließt. Das führt dazu, dass es im Blut weniger Zucker wird. Das ist meistens erwünscht. Bessere Blutzuckerwerte sind die Folge. Und als Zweites greift auch das Insulin wieder besser, kann das Insulin wieder besser seine Arbeit erledigen an der Muskelzelle. Was wirklich spannend dabei ist, dass speziell die Muskelzellen noch einen besonderen Trick haben, wie sie zu ihrem Zuckernachschub kommen. Anders als andere Zellen im Körper. Wenn wir im Ruhezustand sind und Typ 2 Diabetes haben, dann kennen Sie ja alle den Begriff der Insulinresistenz. Bei Typ 2 Diabetes ist es sehr häufig so, dass das Insulin nicht so gut wirken kann, wie bei Menschen ohne Diabetes. Das liegt zum Beispiel daran, dass zu wenig Insulinandockstellen, Rezeptoren, ausgebildet werden. Dadurch reagieren die Muskelzellen träger und langsamer als bei Gesunden. Der Zucker bleibt dadurch länger im Blut und wird insgesamt mehr. Wenn sich jetzt Herrchen oder Frauchen mit Diabetes bewegen, dann brauchen die Muskelzellen mehr Zucker und den hätten sie gern. Und Sie wissen ja alle, normalerweise brauchen wir Insulin, das Hormon, damit der Zucker in die Zellen kommt. Das Insulin setzt sich auf die Insulinandockstellen, auf die Rezeptoren, dann geht der kleine Kanal auf und dann kommt Zucker in die Zelle. So haben Sie's alle schon gehört und gelernt. Der Muskel hat aber auch noch etwas, das könnten wir nennen Notfalleingänge, so Hintertürchen sozusagen. Zusätzliche Zuckertürchen. Wenn Sie's bisschen wissenschaftlicher haben wollen, dann bedeutet das, dass die GLUT4-Transporter vermehrt an die Zelloberfläche wandern und dadurch mehr Zucker in die Muskelzelle reinströmt, auch wenn die Insulinwirkung gar nicht so toll ist. Das heißt, wenn wir uns bewegen, kann mehr Zucker in die Muskelzelle rein und das tut natürlich dem Blutzucker gut. Das passt wirklich sehr, sehr gut. Wenn man zuckerkrank ist, dann sind das Effekte, die wir uns zunutze machen können und die auch mithelfen, dass die Zuckerwerte eben besser werden. Klingt ja alles super schön, nicht wahr? Das führt uns natürlich zur Eingangsfrage: Warum funktioniert das nicht bei jedem? Warum sinkt nicht bei jedem Menschen nach der Bewegung der Blutzucker? Warum steigt er manchmal sogar an? Also wenn Sie sich bewegen, dann bemerken die Muskelzellen: Wir brauchen Nachschub, wir brauchen mehr Energie Sobald eine körperliche Belastung beginnt, tut sich sehr viel mehr im Körper, als dass nur die Muskelzellen gefordert sind. Auch wenn wir uns nicht besonders stressen, allein die Bewegung ist schon ein kleiner Stressreiz für den Körper. Adrenalin im Blut wird mehr, Noradrenalin, die Stresshormone, Cortisol kann ansteigen. Alles Hormone, die die Aufgabe haben, mehr Energie bereitzustellen. Die Leber erfährt also sozusagen, dass ihr Menschlein mehr Zucker braucht, dass die Muskelzellen einen vermehrten Bedarf an Zucker haben. Die Leber, wissen wir ja, hat große Zuckerreserven gebunkert. Unter Belastung sagt das Gehirn der Leber: "Lass mehr Treibstoff, mehr Zucker ins Blut fließen." Und die Leber macht das brav. Sie beginnt, ihren Speicherzucker aufzuspalten und Zucker ins Blut abzugeben. Das soll so sein und das ist völlig normal. Bei gesunden Menschen nimmt der Muskel teilweise durch diese Hintertürchen mehr Zucker auf. Die Leber gibt genau richtig viel Zucker ab. Das Ganze hält sich ungefähr die Waage. Insulin wirkt zusätzlich noch und der Zucker eines gesunden Menschen bleibt unter Bewegung stabil oder sinkt leicht ab, aber nicht in gefährliche Bereiche. Bei Typ 2 Diabetes ist es wieder mal ziemlich kompliziert. Da kann alles Mögliche passieren. Das eine ist, viele Menschen mit Typ 2 Diabetes leiden auch oder vor allem an der Insulinresistenz, also die Tatsache, dass das Insulin schlechter wirken kann. Das bedeutet, dass auch Insulin- vermittelt weniger Zucker in den Muskel reinkommt. Problem Nummer zwei: Auch bei der Leber gibt's so was wie Unempfindlichkeit auf Insulin. Auch sie hört nicht so gut auf die Signale, die sie bekommt und produziert oft zu viel Zucker. Und Problem Nummer drei: Die Bauchspeichelgröße bei Typ 2 Diabetes hat's oft auch nicht leicht. Und ganz oft haben ja Menschen mit Typ 2 Diabetes auch Schwierigkeiten, schnell genug und von der Menge her genug Insulin ins Blut auszuschütten. Das heißt, bei Typ 2 Diabetes kann es passieren, dass die Leber Zucker ins Blut abgibt unter dem Einfluss der Hormone, unter den Befehlen des Gehirns, dass der Muskel mehr Zucker verbraucht, aber dass das Ganze nicht so recht zusammenpasst, sodass mehr Zucker ins Blut reinrinnt von der Leber, als rausgeht in die Muskelzelle Und dann ist es netto natürlich mehr und man misst nach der Bewegung höhere Werte. Das passiert übrigens vor allem dann, wenn Sie zu den untrainierten Menschen gehören, wie das so schön heißt. Also zu Menschen, die wenig Sport machen, wo die Muskelzellen sozusagen nicht trainiert sind, wo die Muskelzellen sich nicht angewöhnt haben, große interne Muskelspeicher zu, Muskelzuckerspeicher zu bilden, wo die Muskelzellen ziemlich überrascht davon sind, was Herrchen oder Frauchen da auf einmal aufführt. Das ist wirklich, wirklich wichtig. Gerade wenn man wenig Erfahrung mit Bewegung hat, wenn man schon lang gar keine oder ganz wenig Bewegung gemacht hat oder man macht dann mehr, dann ist das natürlich ein größerer Stress für den Körper als bei Leuten, die ohnehin jeden Tag dreimal Sport machen. Es kommt zu einer höheren Ausschüttung der Stresshormone und die Muskelzellen sind's einfach nicht gewohnt. Und diese ganzen Prozesse laufen nicht so geschmiert und nicht so geschmeidig ab, wie es eigentlich sein sollte. Der Körper empfindet dann dieselbe Belastung als deutlich anstrengender als bei jemandem, der halt einen besseren Trainingszustand hat. Das bedeutet, ein Spaziergang von vierzig, fünfzig Minuten ist für trainierte Menschen genau das, ein lockerer Spaziergang. Und Sie wissen alle, wenn man wenig Bewegung gemacht hat, dann ist ein Spaziergang von vierzig Minuten schon richtig eine sportliche Herausforderung. Das kann man richtig spüren. Da kann man nachher müde sein. Da spürt man, man hat etwas getan. Man kommt sich dann vielleicht manchmal am Anfang sogar ein bisschen blöd vor, dass man so eine kleine Bewegung schon als anstrengend empfindet, aber so ist es halt, wenn man nicht trainiert ist. Das heißt, in dem untrainierten Zustand reagiert der Körper stärker. Es kommt dazu, dass mehr Stresshormone im Blut sind, dass die Leber vor lauter Schreck mehr Zucker ins Blut ausschüttet und dass dadurch der Zuckerspiegel im Blut eher sogar ansteigt. Jetzt wissen Sie in etwa, wie das funktioniert. Und ich hoffe, wenn Sie bis hierher zugehört haben, dass Sie zumindest das Gefühl jetzt haben, man kann's erklären. Kurz zusammengefasst, speziell wenn Sie untrainiert sind, dann sind Ihre Muskelzellen noch ein klein wenig ungeschickt. Sie können mit dieser zusätzlichen Belastung nicht so gut umgehen. Die Leber tendiert dazu, eher mehr Zucker ins Blut abzugeben, unter anderem, weil diese nahe Bewegung mehr Stress für den Körper bedeutet, was wieder mehr Stresshormone bedeutet. Und die Geschichte, wie die Muskelzellen möglichst schnell mehr Zucker reinkriegen, diese Hintertürchen, das ist alles noch ungewohnt und neu für die kleinen Muskelzellen Das führt uns jetzt zum dritten und abschließenden Teil. Was kann man machen? Gibt's irgendwelche Tricks? Gibt's nicht. Sie können nur eben Ihre Muskelzellen trainieren. Das heißt, nach einem Spaziergang kann es durchaus sein, dass Ihr Blutzucker komische Sachen macht. Nach Bewegung, die unregelmäßig stattfindet, ganz genauso. Oder auch wenn Sie schon eine gewisse Menge von Bewegung in Ihren Alltag eingebaut haben und Sie machen plötzlich was anderes. Auch dann können eigenartige und auch höhere Werte entstehen. Jetzt tragen ja auch viele Menschen mit Typ 2 Diabetes diese Zuckersensoren am Oberarm, wo sie ihren Blutzucker beobachten können. Die bekommt man nicht von der Krankenkasse, wenn man nicht eine komplexe Insulintherapie durchführt. Aber viele Menschen holen sich einmal einen Probesensor, um ihren Blutzucker zu beobachten und manche kaufen sich auch ab und zu so einen Sensor. Und die sehen dann deutlich, wie unterschiedlich der Blutzucker auf Bewegung reagieren kann. Und erst vor Kurzem hat mir in der App eine Teilnehmerin geschrieben, dass sie ganz klar den Verdacht hat, dass wenn sie mehr Stress hat bei Bewegung, wenn sie sich beeilen muss, irgendwo hinzukommen, dass dann die Blutzuckerverläufe deutlich schlechter sind und das kann ich nur unterschreiben, das kann ich mir sehr, sehr gut vorstellen. Also, es kommt auch drauf an, in welcher Situation man Bewegung macht Wenn man häufiger Bewegung macht, wenn man beginnt, regelmäßig, zum Beispiel dreimal die Woche denselben Spaziergang zu machen, wenn man völlig untrainiert ist oder wenn man ein bisschen mehr Bewegung macht, dass man dreimal pro Woche ein bisschen mehr, mehr Bewegung macht, dann lernen die Muskelzellen recht schnell, schnell dazu. Sie lernen, besser auf Insulin zu reagieren. Es gibt mehr von diesen geheimnisvollen GLUT4-Transportern in der Zelle, die dann an die Oberfläche geschoben werden, damit mehr Zucker in die Zelle kann. Die Unempfindlichkeit auf Insulin wird besser, die Insulinresistenz, und der Körper regt sich nicht mehr so auf, nur weil sein Mensch Bewegung macht. Das heißt weniger Stressreaktion, weniger Stresshormone. Wenn man regelmäßig sich bewegt, dann sieht man oft nach einiger Zeit, dass diese lästigen Zuckeranstiege nach der Bewegung weniger werden. Dass es immer wieder dann schon dazu kommt, dass der Blutzucker ja doch ein bisschen tiefer ist nach der Bewegung und im Durchschnitt, dass die Zuckerwerte besser werden. Das ist etwas, was man oft nicht an irgendwelchen einzelnen Blutzuckerwerten sieht, aber nach Wochen oder Monaten. Besonders dann, wenn man drei Monate später wieder einen Langzeitwert machen lasst. Also: Was können Sie jetzt konkret tun, wenn der Zucker nach Bewegung höher ist? Das Allerwichtigste ist, sich nicht zu viel ärgern und sich nicht entmutigen lassen. Das ist ein Einzelwert und das zeigt eher, dass Ihr Körper das einfach als ungewohnt empfindet und sich ein bisschen schreckt vielleicht. Wenn Sie mit regelmäßiger Bewegung anfangen und wenn's noch so wenig ist, dann warten Sie einmal das Ergebnis der nächsten Blutabnahme ab. Vielleicht haben Sie einen HbA1c-Wert, der Ihnen nicht ganz gefällt und Sie sind voller guter Vorsätze. Wenn Sie schaffen, ein bisschen mehr Bewegung einzubauen und das drei Monate lang durchhalten, dann lassen Sie sich von Ihrem nächsten HbA1c-Wert überraschen. Vielleicht bemerken Sie dann auch im Lauf der Zeit dieser drei Monate, dass wie durch Zauberhand Ihr Nüchternzucker im Schnitt ein bisschen besser wird, dass der durchschnittliche Nüchternzucker absinkt. Und falls Sie mit Sensoren arbeiten, werden Sie vielleicht sehen, dass die Prozente der Zeit im Zielbereich mehr werden. Der Zielbereich bei den Sensoren, den stellt man ein auf siebzig bis hundertachtzig oder achtzig bis hundertachtzig, wie Sie möchten. Und bei jedem Sensor kann man ja schauen, wie viel Prozent der Zeit war ich im Zielbereich in der letzten Woche, in den letzten vierzehn Tagen, in den letzten dreißig Tagen, in den letzten neunzig Tagen. Da kann man auch oft sehr schön sehen, dass auch ein kleines bisschen mehr Bewegung gleich einmal die Prozentzahlen von Zeit im Zielbereich sehr schön ansteigen lässt. Das heißt, lassen Sie sich nicht ärgern von Ihrem Zucker. Auch wenn der Zucker mal steigt, machen Sie einfach weiter. Denn immerhin, Sie haben Bewegung gemacht, muskel hat gearbeitet, die Insulinempfindlichkeit wird langsam besser und Bewegung ist auf so vielen Ebenen gut für unsere Gesundheit, nicht nur für die Zuckerwerte. Die Effekte haben Sie ja sowieso alle. Das ist etwas, was man nicht genug betonen kann. Nicht sich entmutigen machen lassen, einfach weitermachen, nicht unzufrieden sein, vor allem nicht denken, bei mir ist alles anders, sondern Sie wissen jetzt, dass es sein kann, dass der Blutzucker nach Bewegung lästigerweise höher ist als davor. Aber Sie wissen jetzt auch, wenn Ihr Zucker nach einer Bewegung, zum Beispiel nach einem Spaziergang, einmal höher ist als vorher, heißt das noch lang nicht, dass die Bewegung umsonst war. Im Gegenteil. Das zeigt eigentlich nur, dass Ihr Körper gerade versucht, Ihnen genug Energie bereitzustellen für die Bewegung. Und mit jeder Woche Training lernen Ihre Muskeln und die Leber und die Bauchspeicheldrüse wieder ein bisschen mehr besser zusammenzuarbeiten. Das ist etwas, was über Wochen und Monate besser wird. Die Organe verstehen sich sozusagen gegenseitig besser. Die Abläufe werden gewohnter. Stresslevel sinkt ein bisschen im Körper. Sie fühlen sich wohler bei der Bewegung und dann werden Sie auch sehen, dass das Zusammenspiel besser funktioniert. Dass Ihre Leber natürlich bei Bewegung mehr Zucker ausschüttet, dass aber auch der Muskel lernt, richtig viel Zucker in sich hineinzuziehen. Das kann ein bisschen dauern, aber da zahlt sich Geduld und Ausdauer so richtig aus. Das war's für heute. Die Zucker-Tante grüßt und wünscht allzeit gute Werte.