129 - Ozempic 2 mg: soll ich die Dosis erhöhen?
Ozempic gibt es in Österreich ab 1. September auch in einer Dosierung von 2 mg. Nach aktuellem Informationsstand übernehmen die Krankenkassen die Behandlung nach denselben Kriterien wie bisher bei Ozempic 1 mg.
Aber was bringt die höhere Dosis tatsächlich?
In dieser Podcast-Folge bespreche ich die Ergebnisse der SUSTAIN-FORTE-Studie. Darin wurden 961 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes über 40 Wochen mit Semaglutid 1 mg oder 2 mg einmal wöchentlich behandelt.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Der HbA1c sank mit 1 mg um etwa 1,9 Prozentpunkte und mit 2 mg um etwa 2,2 Prozentpunkte. Einen HbA1c unter 7 Prozent erreichten ungefähr 58 Prozent mit 1 mg und 68 Prozent mit 2 mg. Das Körpergewicht sank im Durchschnitt um etwa 6,0 kg mit 1 mg und um 6,9 kg mit 2 mg. Magen-Darm-Beschwerden traten bei rund 31 Prozent unter 1 mg und bei 34 Prozent unter 2 mg auf. Schwere Nebenwirkungen waren insgesamt selten und in beiden Gruppen ähnlich häufig.
Das bedeutet: **Ozempic 2 mg wirkt etwas stärker, aber nicht doppelt so stark **wie 1 mg. Die höhere Dosis kann vor allem dann eine Möglichkeit sein, wenn 1 mg gut vertragen wird, das individuell vereinbarte Therapieziel aber noch nicht erreicht ist.
Außerdem geht es um die Frage, warum Semaglutid nicht nur den Blutzucker und das Gewicht beeinflusst, sondern bei bestimmten Menschen auch Herz und Nieren schützen kann – und warum daraus nicht automatisch folgt, dass 2 mg mehr Organschutz bieten als 1 mg.
Originalstudie: Abstract ( englisch): SUSTAIN FORTE bei PubMed
Deutschsprachige Fachinformation: Ozempic – Produktinformation der EMA
Wichtig: Diese Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Ob eine Dosiserhöhung sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin entschieden werden.
Die Zuckertante grüßt und wünscht allzeit gute Werte.
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